Blog-Zug

Montag, 25. November 2013

Doktor Bonnie und Mister Clyde

Was, liebe Leser, machen Hunde eigentlich, wenn sie erwachsen werden? Und vor allem – WANN werden sie erwachsen?
Etwa fünf Monate sind unsere beiden jetzt. Wenn ich in der Schule richtig aufgepasst habe, entspricht ein Hundejahr im Schnitt sieben derer eines Menschen. Also rechne ich meine persönliche Statistik durch und komme bei fünf Monaten,  mal sieben, auf knapp drei Jahre. Statistisch gerechnet und rein theoretisch betrachtet wären wir also beim menschlichen „Ich habe laufen gelernt und fange an, sinnloses Zeug nachzuplappern“ – Alter.
So weit, so gut. Während der menschliche Nachwuchs dieser Größenordnung meistens damit beschäftigt ist, Mama am Rockzipfel zu hängen und Papa vollzubrabbeln, geht hingegen der Hund den Weg des geringsten Widerstandes. Und zwar Herrchens geringsten Widerstand.


„Die sind ja soooo süüüss“, „Guck mal, wie die kuscheln“, „Hach, haben die drollige Augen“ – unsere Töchter sind hellauf begeistert.
Die Zitate, die meine Frau von sich gibt, passen weniger in Grzimeks Tierleben. „Ich mach mal den Bach im Wohnzimmer weg“ oder „Haben wir noch ausreichen Papierhandtücher bis morgen früh?“ gehört derzeit zum Standardrepertoire meiner Traumfrau.

Ich selber hingegen würde gerne mal wieder im Bett schlafen – in MEINEM Bett -, ohne dass ich mich mit jemand anderem als meiner Frau um die Decke schlagen muss. Abgesehen davon frage ich mich seit einiger Zeit, ob das wirklich Hunde sind, die wir da bekommen haben. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass man uns zwei verkleidete Probanden für den Verzehr von mexikanischen Springbohnen angedreht hat. Die zwei „Hunde“ kennen eigentlich nur zwei Zustände im Bett: Entweder alle viere von sich gestreckt ÜBER meinem Gesicht oder alle viere von sich gestreckt IN meinem Gesicht. Und das abwechselnd. 

Ich gebe ja zu, es hat schon was kuscheliges, wenn ich des Nachts an den Füßen und im Rücken gewärmt werde. Meine Wärmflaschen atmen halt.

Und tagsüber, ich gestehe auch dieses, nehme ich sie sogar meiner Frau gegenüber in Schutz. Vor ein paar Tagen gab es Pizza. Selbstgemacht, schmeckte hervorragend.
Die Reste kann man tags drauf hervorragend naschen. Theoretisch jedenfalls. Praktisch jedoch rannte irgendwann am späten Abend ein kleiner brauner Hund mit einer Riesenportion Pizza Tonno im Maul an mir vorbei. Sardellen und extra Käse, wie es sich gehört. Meine Frau rief: „Schatz, nimm ihm die Pizza weg!“ Aber was sollte ich machen? Ich antwortete: „Süße, das geht nicht. Der ist SO stolz auf seine Beute, die kann ich ihm nicht einfach entreißen …“ 
Sehen wir es doch mal so: In der Natur reißt der Löwe die Antilope. Da kommt auch keiner daher und nimmt sie ihm einfach wieder weg. Und hier bei uns, in Essen-Steele, da reißt der Pinscher halt die Pizza. 
Oder entführt den Handfeger. Und zwei Aschenbecher. Plus zwei Schals und einige Schuhe. Inklusive meiner Socken. Und das Beste ist: Man versteckt die Beute im Transportkorb. Wir haben wirklich einen ganzen Tag nach unserem kleinen, niedlichen roten Handfeger gesucht. Dass wir ihn schließlich neben den anderen Beutestücken in einem der beiden Transportkörbe gefunden haben, lag nur daran, dass unser kleiner Kater („klein“ – PÜH) uns an selbigen Tag die Zusammenarbeit zwischen ihm und den beiden Kläffern nahegebracht hat. ER öffnet den Futterschrank, holt Leckerchen raus und versorgt die beiden. Die können ja nicht hochspringen und kommen nicht dran. Passt aber zu unserer alten Katzendame; die kann nämlich zwar hochspringen, egal wohin, traut sich aber alleine nicht mehr runter. Klarer Fall von Hypsophobie. Davon aber ein anderes Mal.

Auf alle Fälle haben wir gesehen, wie Kater die Hunde füttert. Und dabei fanden wir dann auch das Versteck für die entwendeten Gegenstände.

Naja – jedenfalls wissen wir jetzt, dass wir in absehbarer Zeit beruhigt in den Urlaub können. Unser Kater bekommt einen Türschlüssel und eine EC-Karte und kann sich dann um die anderen Bewohner kümmern. Ich muss ihm dann nur aufschreiben, wie die Säuberung vom Hasenstall ordnungsgemäß durchgeführt wird und mache ihm eine paar Notizen, wo welche Reinigungsmittel stehen.

Aber mit Sicherheit werde ich vorher noch das Passwort für meinen Rechner ändern – sicher ist sicher.
Also, bis die Tage!

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