Blog-Zug

Donnerstag, 16. August 2012

Trockenübung

Kerl, watn Tach. Nich nur, dattich die letzten Tage immer bei den Micky inne Bude bin, für umda ma son Rundschlach zu machen (dä will ja mit seiner Frau un die Blaagen so etwa Ende Oktober umziehn unnda issja noch gede Menge zu renoviern), nich nur, dattich gezz endlich ma Ruhe hab vor den Olümpiagedöns (waaja auch veddammich anstrengend, den ganzen Tach aufzuschreim wer da wo welche Medailje abgeräumt hat) – nee, anstatt dattichmich in Ruhe auffe Bundesliga vorbereiten kann unn bei uns im Steeler Eck mit den Herbert unn den dikken Siechfried in dat Trainingslager anner Theke schonma dat nächste Meisterschaftstrinken üben kann, fracht mich den Micky, ob ich ihm für heute noch wat bloggen könnte – die Leute sin am fragen, wat ich denn so machen tu die ganze Zeit.

Da kuck ich den ärssma ziemlich verdattert an unn denk so bei mich „Wenne den als Freund hass, brauchsse dich umme freie Zeit nache Rente auch keine Sorgen machen …“
Sagen tu ich dat natürlich nich. Also habbich mich schon fast drauf eingestellt, dattich dann heute nich im Steeler Eck mit den Herbert un den dikken Siechfried die Herrengedekke kommen lass, aba nachdem ich den Herbert angerufen hab, sacht den für mich „Kalle, wo issen dadat Problem? Nimmsse dich nen Stift un fraachse die Karla hinner die Theke wegen Papier, un dann schreibsse dat eben inne Kneipe. Du sachs ja imma, du schreibss da son Blokk für den Micky, un einen Blokk hat die Karla bestimmt irgendwo rumliegen. Die schreibt da ja immer drauf, wat den Heinz für sie inne Metro holen muss.“
Gezz iss den Herbert nich sonne Leuchte mit den Internet, bis ich den dann erklärt hab, wat ich mit „Blokk“ meine, dat hat schon gedauert. Aba die Idee wa nich schlecht. Also habbich mich von meinen Enkel Kävvin den Läpptopp geliehn un sitz gezz hier im Steeler Eck un schreibe kwasi vor Ort, laif.

Hat ja auch so seine Vorteile. Ich mein, den Herbert inne Bude schonma mithelfen iss eine Sache. Aba wenn mich meine Frau, die Helga, nach den ganzen Stress von dem ich oben schon geschriem hab, mich dann auch noch fragen tut ob ich ihr denn wenichstens aams den Müll runterbring, dann kann ich dat gleich noch mit den Abstecher hier inne Kneipe verbinden. Liecht ja fast aufen Weech.

Wat gezz bissken schwierich iss, dat iss, dattichden Herbert gezz ärssma zeigen muss, wie dat hier an den Läpptopp mitti ganze Schreiberei funktionieren tut. Wie ich schon sachte, dä iss da keine grosse Leuchte. Auffe andere Seite macht der sich so als Versuchskanienchen gaa nich so schlecht. Weil, ich will inne nächste Tage hier man ein Kollegen intervjujen, nämlich den Mark Heide. Dat iss auch einer hier aussen Pott, aus Bochum glaubich. Der schreibt auch un iss son richtigen Junge vonne Front.
Also habbich mich ma eben den Herbert geschnappt un hab ihm ma son paa Fragen gestellt, die der mich dann auch beantwortet hat.
Ich: Herbert, du biss gezz viernfuffzich. Wat meinze, wie lange du deine Bude mitti klasse
        Mettbrötchen noch hass?
Er:   Ach weisse, solange dat eem noch geht. Ich mein, dat einzige wat besser iss als
        meine  Mettbrötchen dat is die Körriwurst auf Schalke.
Ich:  Meinze denn, dat die schwazzgelben diese Saison noch ma vorne sind?
Er:   Ach weisse, solange den Würstchen-Uli da von kurz vorde Alpen sich hinterher wieder so 
        ärgert,  datter seine Fisasche wieder in dat gleiche Rot färben tut wie die ihre Trikos, iss mich
        dat sogar egal, wenn et wieder Lüdenscheid – Nord macht. Klaa, Schalke würtich auch gerne
        anne Spitze seen, aba sinnwa ma ährlich: Wat da die letzten Jaare gelauffen iss, dat waa nich 
        meisterlich.
Ich: Iss gut, Herbert, ich wollt nur ne Antwort, keine Wahlrede. Aba in den Zusammenhang: Wat 
        hällze denn von unsre Antschela un ihre Politik?
Er:  Ach weisse, die Äntschi, dattiss ne ganz liebe. Dat mach sein, datti inne falsche Patei iss, aba so
       als Mensch issdi, denkich, ganz in Ordnung. Ich hab da gezz ärss kürzlich son Foto geseen, wo die
       son kleinen Hund auffen Aam gehabt haben tut. Weisse, wer Tieere liebt, kann kein schlechten
       Mensch sein. Un so gut kennich mich mitti Pollitik ja auchnich aus.
Ich: Danke, Herbert, für dat aufschlussreiche Gespräch.
Er:   Ach weisse, dat tu ich doch gerne. Willze den dikken Siechfried auch noch wat fragen?
Ich:  Ne lass ma, dat is ja nur ne Übung für den Mark Heide.

Sehter, Leute, iss gaa nich so schwer, son Intervjuw. Ich denk ma, ich bin gezz gerüstet für den Ernstfall. Dat einzige, wattich schwierich finde, dat iss hier mitti Augen auf den Bildschirm zu bleiben. Die Karla vonne Theke hat nämlich heute wieder son tolles Kleid an. Wolln wa ma hoffen, dat meine Frau morgen den Blokk nicht liest …
Moment ma, wat heisst eigentlich Webcam? Helga? Wat machst du hier inne Kneipe auf den Bildschirm? Helga? Herbert, ich muss nach Hause ...
Also macht et gut, bis die Tage!

Tschüssken


Kommentare:

  1. Dann machet auch jut - und wenne ne Fachfrau in Sachen Umzug brauchs, sach wat.
    Da bin ich einsame Spitzenfachfrau.
    Getz bin ich weg, unterwegs innen Baumarkt.
    Is mein 2. Zuhause.
    Tschüss und denk dran - Umzugtipps sind kostenlos.

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  2. Weisse, Liebelein, datissja ganz lieb von dich gemeint, nur issdat ja ne ganz schöne Ekke von dich zu den Micky. Aber weisse wat? Wenndat hier ma allet fettich iss un die Sonne iss widda so am braten wie gezz, dann kommsse mit dein Kerl ma rum un dann tun wa alle hier zusammen grillen. Ich denk ma, der Micky hatta auch kein Problem mit wenn du dich hier ma blikken läss.
    So - ich muss widda weiter ... Helga sachtä mich ich muss noch nachn Aldi. Also halt dich senkrecht! Grüsse, der Kalli!

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