Blog-Zug

Montag, 27. August 2012

Waaheit oda Flicht

Tach, ihr Lieben! Ich hab mich gedacht, ich muss euch heute mal widda son bissken wat vonne Welt da draussen erzähln.
Ich waa doch gestern widda beim rennoviern bei den Micky. Also nich, datt ihr meint, datter sonne riesen Villa kricht, aba da iss schon ganz schön Aabeit drin. Bevoor da Tapeten anne Wände kommen, muss dat ja allet ärss ma vorbereitet wern unn saubermachen mussten wa da ja auch unn wenne dann nicht geeden Tach kannz, dann dauert dat halt imma wat, iss ja klaa.
Auf geeden Fall habbich dann heute ma ausgemessen, watt wir da an Tapeten unn Faabe unn so brauchen. Iss ja nich schwer, weil hamwa ja inne Schule gelernt. Länge ma Breite unn dann weisse schon fast, wieviel Rollen Tapete da vom Baumarkt hermüssen, kwasi.
Geedenfalls habbich da heute dat Massband inne Hand unn bin am messen. Unn dann habbich da irntwie so zwei Meter dreissich unn dann fang ich an zu überleen.
Inne Schule hamse uns gesacht, dat son Meter aus genau hundert Zentimeter besteht unn der aus imma zehn Millimeter. Soweit so gut. Abba wer sacht mich denn wie lang son Millimeter iss? Weisse wie ich mein? Ich mein, ich trau den Braten da nich so richtich. Als wa in Matte messen mussten hatten wa Milimeterpapier oder dat Lineal. Aba woher wissen wir, dattat stimmt, watta draufstehen tut? Unn wie iss dat gezz mitten Meter? Hundert Zentimeter iss ja klasse – abba wie lange iss dat denn gezz? Son Meter – iss datt gezz die Entfernung anne Theke, bisse mit dein Glas untern Zapfhahn komms?
Wer hatten gesacht oda festgeleecht, wie lange son Meter eigentlich iss? Unn wo kommt der her? Hamse den entdekkt oda erfunden oder watt? Unn nach wen hamse den benannt?
Stellt euch ma vor so inne Schau hier im Fernseen bei den Jauch oder den Gottschalk, da kommt dann son Staagast unn dann heisst dat „Unn hier meine Dam unn Herrn, der Erfinder vom Meter: Jürgen Meter. Applaus!“
Wobei den Gottschalk – der issja gezz viel mehr mitti Talente zugange, hier mittat singen unn tanzen unn zaubern unn so.
Mitten Didda, hier, den blonden Schowi der früher mit den langhaarigen Bombenleger zusammen aufgetreten iss.
Aba in echt gezz – wer sacht mich denn datter Meter wirklich so lang iss wie wir dat alle gesacht kriegen? Wenn gezz irntwann vor tausend Jaare die Ausserirdischen hier bei uns zu Besuch waan unn gesacht ham: „Leute, wat iss datten fürn Kokolores? Die Püramiden unten so breit und oben anne Spitze nix dran? Hier habta wat, daattat nich mehr passieren tut, nehmt euch ma dat Meter hier!“ Wat wär dann? Den Erich von Deniken oda wie der heisst, der hat ja schon imma gesacht, da iss mehr als die Pollitik uns verraten tut. Iss wie bei Akte X. Die Waaheit iss irntwo da draussen. Also gezz nich Castrop odda Wattenscheid, sondern da wo wa dat nich sehen können.
Oda vielleicht iss dat auch einfach ma irntwann wat lustiges gewesen. Hier so auf son Maacht im Mittelalta wo da son Klaun rumgehüpft iss unn den Könich mit sein ganzes Volk gute Laune machen wollte. „Hier, eure könichliche Hoheit, dat iss ein Meter. Da könnense sich ihre Macht dran messen.“ Hier so bei den Wikkingerkönich, wie hiess den gleich …iss ja auch egal.
Geedenfalls habbich mich heute dann gefraacht: Wer sacht mich eigentlich datdat wattich inne Schule gelernt hab wirklich so iss. Wisst Ihr dat? Ich bin mich da nich mehr sicher …
Bis die Tage!

Freitag, 24. August 2012

Interview mit Mark Heide

So, Leute. Ich habbet ja inne letzten Tage schomma angekündicht. Heute gibbet dat versprochene Interwjiu mit den Mark Heide. Un weil dat son schönen Sommertach heute waa, hamwa uns bei den Herbert anne Bude gestellt un son bissken die Leute bekukkt.
Issja schon sowatt von interessant wenne dich dat ganze Volk hier so bekukken tuuss. Vor allem krichich imma so meine soziale Ader, wennich so manchen sehen tu. Am liebsten willich auffen Restpostenhandel unn die eine oder Schaarsche an Spiegel holn unn die dann verschenken. Weil bei son paa von die Figuren die de hier sehen tuus, meinnsse, die ham keinen zuhause bei sich inne Wohnung. Laufen rum wie ne Presswurst unn meinen, sie würden aussehen wie Brett Pitt oder Antschelina Tscholie.
In dem Zusammenhang: Kennter eigentlich den Unterschied zwischen arm und reich? Iss ganz einfach: Reich iss Schampagner, Kavia unn schöne Fraun. Ja, unn arm iss Dosenbier, Leberwurst unn die Mama zuhause.
Aba egal. Sind ja nich für zum Witzemachen hier. Ich hab vorhin hier als ich mich mit den Mark Heide getroffen hab, ihm alle Fragen auffen Zettel gegeben unn er hat sie mich auch ordnungsgemeess geantwortet. Gezz habbich dattan abgetippt, schön bei ne Hopfenkaltschale, un nu mach ich hier an den Läppi von meinen Käwwinn eben „einfügen“ unn dann könnter datt lesen. Momment bitte…

1.) Mark, du biss ja gezz son Autor. Also einer, der kwasi Geschichten für annere Leute schreiben tut. Iss dat denn allet immer echt wattuda erzähls oda issdat mehr so aussen Bauch raus?
Ich sach ma so, allet echte Geschicht‘n aussen Bauch raus. Ma ährlich, ich seh da irgendwo wat wo ich mich denken tu, dat glaubt dir keina, wenne dat erzähls. Dann mach ich da noch wat drummerum und so kommt dann eins zum annern.

2.)
Issdat eigentlich schwer, sich imma die ganzen Namen vonne Figuren zu merken? Ich meine, so inne Geschichte oder meinetwegen beim Krimmi, da sind ja ne Menge Leute die da so auftauchen. Hasse da nen Spickzettel?
Nee, kannich mich nich allet merken, weil ich schreib dat ja nich am Stück durch sonnern mal am Tach ein paar Seiten, dann wieda lange nix und dann nur ne Idee. Da mussich mich schon wat zum spicken machen, sons heißt da eina mal so und dann so.
3.) Wat meinze denn, wieviele von deine Geschichten da noch kommen? Willze vielleicht noch von irgendwat watte geschrieben hass ne Fortsetzung machen?

Da wolltich ma gucken wie dat üebahaupts so ankommen tut. Wenn da eina sacht, boah, klasse ey, da will ich mehr von, dann krichta dat auch. Aussadem hat sich da die Jenni de Briscassardt angemeldet mit mich da wat zusamm machen tun zu wolln. Also ma gucken.

4.) Macht dich dat eigentlich Spass die Leute mit deine Geschichten zu unterhalten oder machsse dat weil du sonss nix zu tun hass?

Wenn die Leutz Spass dabei inne Backen haben, dann is dat schon wat dollet für mich. Dat is auch der Sinn dahinta. Ich sach Dich wat, wennich mehr Zeit haben tun würde, da könntich schon noch mehr schreiben tun. Weil wie wir gezz hier anne Bude stehen tun, sowat kannse inne Geschichte voll gut einbauen tun. Tut dann nich unbedingt wat zur Sache, aber füllt dat ganze aus und machtet rund.

5.)
Hasse schonma dran gedacht, dich vielleicht ma beim Tatort als Autor zu bewerben? Weil gezz iss den Till Schweiger ja auch son Kommissar und vielleicht hasse für den ja auch ne Sprechrolle?
Ach Tatort, is doch seitet den Schimmi nich mehr gibt langweilich geworden. Weisse, der Schimmi, der war doch eina von uns. Und ma ährlich, der Schweiger ist ja an sich kein schlechta Schauspiela, aber als Bulle hatta schon in „Die Kommisarin“ versagt. Abba wo wa grad bei Bulle sind, sowat wie der letzte Bulle, für dat würdich schonma gern ne Story schreiben tun wollen. Weil der Hennig Baum kommt da auch voll real rüber, oda wat meinsse?

6.)
So als erfolgreichen Krimmiautor – wie oft krisse da vonne Leserinnen Heiratsangebote?
Hör mich auf mit heiraten. Ne, hattich oft genuch. Da kommse ja zu nix mehr. Die Weibers sind da viel zu sensibel, wenne da wat schreibs über ne Frau, der wat passiert, da bisse gleich der Vollschowie. Wenne da wat schreibs, dat sich da eine in den Meinert verliebt, dann kriechse gleich die Kommentare, dat mit so eim keine wat anfangen will. Nee. Die Leserinnen kannse nix recht machen.

7.) Wie iss dat denn bei dich zuhause? Kümmers du dich zwischendurch auch um den Haushalt oder hasse wen der dich bekochen tut?
Eina muss ja mal die leeren Bierpullen wechräum. Bin ja momentan eher unverbandelt sach ich ma. Weisse, meine Olle die säuft gern ma ein mit, aber wechräum tut se nix, weil da isse dann ganz schnell bei sich zu Hause. Da is dann abba allet pikobello und wenn ich da mal n krümel fallen lass vonne Stulle, wat meinse wat da los is. Kennse doch bestimmt auch von zu Hause mit Deiner Holden, oda? Ansonsten koch ich schon viel selbst oda ich bin inne Currybude umme Ecke.

8.)
Hasse eigentlich Vorbilder beim Schreiben?

Nee, eichentlich nich so richtich. Abba ich les gern mal so Krimi von annere Autoren. Da hol ich mich dann schon mal ne Idee.

9.)
Wat machst du persönlich um dich fitzuhalten?
Ja siehse doch, Bierpullenstemmen mitte Kumpels, wandern zur Currybude und so wat. Du kanns fragen. Also ährlich. Seh ich mit meine hundat kilo aus wie’n Spitzensportla?

10.)
Wer wird dieset Jaar Meister – Schalke oda Dortmund?

Da hasse mich gezz erwischt. Weisse, trotz dat et hier so viele Fussballklubbs gibt, habbich damit so garnix am Hut. Abba ich mach die Farbe blau gern, auch als Zustand, wenne weiss, wat ich mein. Also eher Schalke oder den VfL Bochum. Bissken Lokalpatrionissmuss muss ja auch sein tun.

Bisse fertich mit fragen? Dann sach ich ma Prost!
 
Ja, dat sarich dich auch! Unn Leute - wenna wat von dem lesen wollt, dann gehter einfach nach den Link hier:
 





Ja, Leute – dat iss nen Kollege kann ich euch sagen. Gezz hatta schon dat dritte Bier hier bei den Herbert ausgegeben unn so wie ich dat seh, wirddat noch ne Weile so geen. Helga, Schatzi, wenne dat lieest, du brauchs dich keine Sorge ummich machen. Herbert bringt mich dann heute Nacht mittem Auto nachhause. Die paa meter schaffter auch mit zwei Bierchen intus un´n mehr trinkt der ja eh nich.



Mark – Danke für dat Gespräch – unn ich wünsch dich allet Gute. Lass dich ma widda blikken wenne inne Gegend biss!
Unn euch sarich: Bis die Tage
Tschüssikowski
 

Montag, 20. August 2012

Einstein am Steuer

Tach allerseits,
wat gibbet doch für seltsame Gestalten da draussen. Also, ich mein, ich will da ja kein irgendwie wat, aba wattich da heute widda beim Fahn mit den Linienbus erlebt hat, also, ich sach ma, unsa Tante Liselotte würd sich nicht nur im Grab rumdrehn wenn die dat mitgekricht hätte, nä, die würd sowat von rotiern datwa den nächsten Grabbesuch waascheinlich in Australien machen müssten, so würtie sich durchschiessen.
Aba lass mich ma von vorne erzähln. Ich happeuch doch gesacht, dattichden Micky beide Renowierung von den Haus, woder mitte Frau unti Blaagen einziehn will, helfen tu.
Und da ich im Moment ne Menge Zeit hab, bin ich da so ziemlich geden Tach.
Ich mein, ich bin ja eh auf Stütze, habbich euch ja gesacht, unn bei den Herbert an seine Bude da iss im Moment sowat von ruhich, also, weil iss ja noch Ferien hier im Pott untat ganze Volk kommt ja grade ärss ma zurück von Malle un aus Agüpten un wat weiss ich woher. Wobei, bei die Hitze die wir grade haben kannze ja in geden Schwimmingpuhl, dende im Garten bei dich hass, schon Eintritt nehmen.

Aba dat wolltich ja gaa nich erzähln. Also, ich heute mittach, so gegen zwei, drei Uhr schnell nach den Micky inne Bude, wo der noch wohnt, die Britta, also den Micky seine Ische, einma im Aam genommen un dann von denen die Caro, dat iss ne Freundin von denen, die da grade zu Besuch iss, unterm Aam un auf zum Bus dattwa schnell zum Haus hinkommen.
Dat Caro wollt da de Fenster putzen un ich Reste vonne Tapeten vonne Wand ziehn. Soll ja schliesslich bald wat schnukkliges anne Wand. Den Micky habbich gaa nich gesehn, der waa schon widda auf Juck, irndwat erledigen.
Wir also zu den Bus unti Caro zuerst rein. Gezz mussich euch wat erklärn, damit ihr mich verstehn tut. Micky un seine Sippschaft wohnen in Essen. Anne Grenze zu Bochum. Für Essen ham die son Monatsabbo, datti in Essen den ganzen Tach umherschiffen können mitti Busse un Bahnen. Manchma mein ich, Micky nutzt dat verschärft aus, so wehnich wie ich den im Moment seh. Aba dat nur am Rande.
Dat Haus, datse gezz bald beziehn, iss aba in Bochum. Auch anne Grenze. Un dat teilt sich dann in solche Waben auf, wo du fahrn daafs un wo nich. Fährsse gezz meinetwegen als Normaler von Mickys Wohnung zu den neuen Haus, zahlsse zweivierzich. Hasse son Ticket wie ich sachtä un fährss die Strecke, musse nachlösen – weil dat iss ja ne andere Wabe – un dat kostet auch zweivierzich. Klar? Nur anne Wochenenden kannze über den ganzen Verbund mit son Abboticket fahrn, bisse schwarz wirss un kannz dann auch noch Leute mitnehm. Aba heute issja Montach. Also nachlösen.

Gezz geht also dat Caro in den Bus un sacht zu den Fahrer, dat se son Ticket hat (nämlich dat vom Micky) un sone Viererkarte für nach Bochum un zurück will. Issja auch irgendwo logisch, weil mit den Ticket kommt SIE nich bis Bochum un ich OHNE Ticket nirgendwohin. Wennwa aba beide für eine Fahrt zweivierzich zahlen, ob gezz mit oder ohne Ticket, können wa doch gleich ein Vierer nehmen, weil dat iss dann billiga un kostet nur achtsiebzich. Immerhin 90 Zent gespaat.

Gezz weissich nich, ob den Fahrer die Sonne nich bekommen iss oder obdat Caro so undeutlich gesprochen hat, aba der sacht für die „Da betuppen se sich doch selba“.
Die Caro kuckt bissken verwirrt – gut, die iss aussen Osten, da musse schonma bissken Rücksicht nehmen.
Geedenfalls kuck ich den Fahrer an un sach „Wieso dattenn?“ Der kuckt zu mich un sacht „Ja, ihre Frau hat doch dat Monatsticket!“ Also ärssma iss dat nich meine Frau. Die isszwa ganz nett, aba meine Helga würd mich wat mittat Nudelholz erzähln, sarich euch.


Aba vor allem: Ich versuch den geschulten Fachpersonal hinter den Steuer dat zu erklärn. Ich sach:  
   „Hörnse, die untich, wir wolln beide nach Bochum.“
   „Ja“, sachtän für mich „un sie ham ein Ticket auf Abo.“
Ich sach: „Stimmt – aba dat iss doch nur für Essen.“
   „Richtich“, sachtän für mich, „da müssense nachlösen.“
   „Ach“, sarich,  „un wieviel?“, un kuck den so straff inne  Augen.
   „Ja, ich denk ma, zweivierzich“ meinter.
Ich sach „Un wat kostet eine Solofaat nach Bochum?“
Der widda „Zweivierzich …“

   „Sehnse“, sarich, „dann kannich doch gleich für beide zweivierzich lösen un weil wir ja widda nach Hause wolln und zurück müssen, wolln wa dat billiga ham un nehmen eine Viererkarte.“
Der kukkt mich an un meint „Ja, wennse meinen dattatdann billiga iss, müssen se dat machen.“

Gezz fraach ich euch: Wat für Leute kriegen ne Lizenz um hundert Leute mitten Bus zu schoffieren, wennse dann nich ma bis zehn Euro rechnen können?
Ich mein, wennnich meine Helga nachn Aldi schick un sach zu die „Holma die Mettwurst aussen Angebot, da krisse fünf Stück fürn Preis von vier!“ – dann geht die doch auch nich  anne Kasse un sacht „Die fünfte iss für umsonst, die lassich hier.“

Un meine Frau hat nich ma den Führerschein fürs Moped.

Soweit ärssma
Bis die Tage!

Donnerstag, 16. August 2012

Trockenübung

Kerl, watn Tach. Nich nur, dattich die letzten Tage immer bei den Micky inne Bude bin, für umda ma son Rundschlach zu machen (dä will ja mit seiner Frau un die Blaagen so etwa Ende Oktober umziehn unnda issja noch gede Menge zu renoviern), nich nur, dattich gezz endlich ma Ruhe hab vor den Olümpiagedöns (waaja auch veddammich anstrengend, den ganzen Tach aufzuschreim wer da wo welche Medailje abgeräumt hat) – nee, anstatt dattichmich in Ruhe auffe Bundesliga vorbereiten kann unn bei uns im Steeler Eck mit den Herbert unn den dikken Siechfried in dat Trainingslager anner Theke schonma dat nächste Meisterschaftstrinken üben kann, fracht mich den Micky, ob ich ihm für heute noch wat bloggen könnte – die Leute sin am fragen, wat ich denn so machen tu die ganze Zeit.

Da kuck ich den ärssma ziemlich verdattert an unn denk so bei mich „Wenne den als Freund hass, brauchsse dich umme freie Zeit nache Rente auch keine Sorgen machen …“
Sagen tu ich dat natürlich nich. Also habbich mich schon fast drauf eingestellt, dattich dann heute nich im Steeler Eck mit den Herbert un den dikken Siechfried die Herrengedekke kommen lass, aba nachdem ich den Herbert angerufen hab, sacht den für mich „Kalle, wo issen dadat Problem? Nimmsse dich nen Stift un fraachse die Karla hinner die Theke wegen Papier, un dann schreibsse dat eben inne Kneipe. Du sachs ja imma, du schreibss da son Blokk für den Micky, un einen Blokk hat die Karla bestimmt irgendwo rumliegen. Die schreibt da ja immer drauf, wat den Heinz für sie inne Metro holen muss.“
Gezz iss den Herbert nich sonne Leuchte mit den Internet, bis ich den dann erklärt hab, wat ich mit „Blokk“ meine, dat hat schon gedauert. Aba die Idee wa nich schlecht. Also habbich mich von meinen Enkel Kävvin den Läpptopp geliehn un sitz gezz hier im Steeler Eck un schreibe kwasi vor Ort, laif.

Hat ja auch so seine Vorteile. Ich mein, den Herbert inne Bude schonma mithelfen iss eine Sache. Aba wenn mich meine Frau, die Helga, nach den ganzen Stress von dem ich oben schon geschriem hab, mich dann auch noch fragen tut ob ich ihr denn wenichstens aams den Müll runterbring, dann kann ich dat gleich noch mit den Abstecher hier inne Kneipe verbinden. Liecht ja fast aufen Weech.

Wat gezz bissken schwierich iss, dat iss, dattichden Herbert gezz ärssma zeigen muss, wie dat hier an den Läpptopp mitti ganze Schreiberei funktionieren tut. Wie ich schon sachte, dä iss da keine grosse Leuchte. Auffe andere Seite macht der sich so als Versuchskanienchen gaa nich so schlecht. Weil, ich will inne nächste Tage hier man ein Kollegen intervjujen, nämlich den Mark Heide. Dat iss auch einer hier aussen Pott, aus Bochum glaubich. Der schreibt auch un iss son richtigen Junge vonne Front.
Also habbich mich ma eben den Herbert geschnappt un hab ihm ma son paa Fragen gestellt, die der mich dann auch beantwortet hat.
Ich: Herbert, du biss gezz viernfuffzich. Wat meinze, wie lange du deine Bude mitti klasse
        Mettbrötchen noch hass?
Er:   Ach weisse, solange dat eem noch geht. Ich mein, dat einzige wat besser iss als
        meine  Mettbrötchen dat is die Körriwurst auf Schalke.
Ich:  Meinze denn, dat die schwazzgelben diese Saison noch ma vorne sind?
Er:   Ach weisse, solange den Würstchen-Uli da von kurz vorde Alpen sich hinterher wieder so 
        ärgert,  datter seine Fisasche wieder in dat gleiche Rot färben tut wie die ihre Trikos, iss mich
        dat sogar egal, wenn et wieder Lüdenscheid – Nord macht. Klaa, Schalke würtich auch gerne
        anne Spitze seen, aba sinnwa ma ährlich: Wat da die letzten Jaare gelauffen iss, dat waa nich 
        meisterlich.
Ich: Iss gut, Herbert, ich wollt nur ne Antwort, keine Wahlrede. Aba in den Zusammenhang: Wat 
        hällze denn von unsre Antschela un ihre Politik?
Er:  Ach weisse, die Äntschi, dattiss ne ganz liebe. Dat mach sein, datti inne falsche Patei iss, aba so
       als Mensch issdi, denkich, ganz in Ordnung. Ich hab da gezz ärss kürzlich son Foto geseen, wo die
       son kleinen Hund auffen Aam gehabt haben tut. Weisse, wer Tieere liebt, kann kein schlechten
       Mensch sein. Un so gut kennich mich mitti Pollitik ja auchnich aus.
Ich: Danke, Herbert, für dat aufschlussreiche Gespräch.
Er:   Ach weisse, dat tu ich doch gerne. Willze den dikken Siechfried auch noch wat fragen?
Ich:  Ne lass ma, dat is ja nur ne Übung für den Mark Heide.

Sehter, Leute, iss gaa nich so schwer, son Intervjuw. Ich denk ma, ich bin gezz gerüstet für den Ernstfall. Dat einzige, wattich schwierich finde, dat iss hier mitti Augen auf den Bildschirm zu bleiben. Die Karla vonne Theke hat nämlich heute wieder son tolles Kleid an. Wolln wa ma hoffen, dat meine Frau morgen den Blokk nicht liest …
Moment ma, wat heisst eigentlich Webcam? Helga? Wat machst du hier inne Kneipe auf den Bildschirm? Helga? Herbert, ich muss nach Hause ...
Also macht et gut, bis die Tage!

Tschüssken


Sonntag, 12. August 2012

Chefsache


So, Ihr Lieben – zwei Wochen hat sich auf dem Blog nichts getan und heute bin ich mal wieder dran.
Solltet Ihr nun enttäuscht sein, dass Kalle heute nicht schreibt – keine Sorge. Er hilft uns beim Renovieren unseres Häusleins, das wir bald beziehen werden und hat mir gestern noch erzählt, dass er abends, wenn er nach Hause fährt, immer so erledigt ist, dass er zum Schreiben schon gar nicht mehr kommt. Aber ich soll Euch recht herzlich grüßen und er hat mir versprochen, sich im Laufe der nächsten Woche bei Euch mal wieder zu melden. Außerdem waren jetzt ja auch die olympischen Spiele – ich weiß, dass er sehr sportbegeistert ist und ich denke mal, er hat die freien Stunden am Abend mit ein wenig Fernsehen verbracht – schließlich hat es ja für das deutsche Team ein paar Medaillen gegeben. Ich selber habe mit der Olympiade nur sehr wenig Zeit verbracht. Ich bin mittlerweile – anders als in jungen Jahren – nicht besonders sportiv. Im Gegensatz zu manchen Autoren und Dateien, wenn ich mal so sagen darf.

Ich bin ja, wie ich in einem früheren Blog schon mal erwähnte, eine Art eierlegende Wollmilchsau. Jedenfalls sagt meine Frau das immer von mir. Und weil das so ist, kümmere ich mich – unter anderem – auch um die eine oder andere Homepage. Auch um die vom Verlag meiner Frau.
Erste Frage an Euch: Was braucht ein Buchverlag, um ein solcher zu sein? Richtig, Autoren.
Zweite Frage: Was braucht ein Webmaster eines Buchverlages NICHT? Genau: Besserwisser und freilaufende Dinosaurier.
Sehe ich da bei manchem ein virtuelles Fragezeichen auf der Stirn? Na, da hättet Ihr mich heute mal sehen sollen. Nachdem unsere liebe Freundin Caro und ich vom bald zu beziehenden Häuslein zurückkehrten (wir sind dem Kalle heute ein wenig bei den Renovierungsarbeiten zur Hand gegangen), fragte meine Göttergattin mich, die Augen liebreizend aufgeschlagen: „Schatz, was meinst du, ob du noch ein wenig an der Homepage machen könntest?“
Wer kann da schon „nein“ sagen, wenn die Lieblingsehefrau einem dermaßen verliebt in die Augen schaut? Ich jedenfalls nicht. Also habe ich den Braten, den ich gestern Abend in Buttermilch eingelegt habe, rasch abgegossen, angebraten und mit einer streng geheimen Mischung aus Gemüsebrühe, Kümmel und einigen anderen Würzen und Kräutern köcheln lassen.
Allerdings erreichte mich noch in der Küche schon der nächste Ruf meiner Gattin: „Du, der Christian sagt, wenn man auf das Bild von der Susanna klickt, öffnet sich die Autorenseite vom Friedhelm …“
Gut. Fehler geschehen – leider auch bei mir. Ich kann es nur nicht leiden, wenn ich mit etwas noch nicht fertig bin und mir sagt jemand, ich sei noch nicht fertig …
Also sag ich zu meiner Frau: „Richte ihm bitte aus, das ist so gewollt. Und wenn ich IHN verlinkt habe und man klickt bei ihm drauf, öffnet sich ein Bild von Duffy Duck …“ Gesagt, getan. Meine Frau gibt die Aussage gibbelnd weiter, während ich nach der Comicente im Internet suche. Fünf Minuten später habe ich den besserwissenden Autoren auch schon mit dem Entenbild verlinkt – ich halte meine Versprechen. Zehn Minuten später schickt mir Christian (sagte ich schon, dass er auch zu den Autoren zählt?) ein Bild von sich und Duffy Duck. Nette Idee, Chris, aber diesmal war ich schneller …
Also jetzt noch rasch den Fehler auf der Seite korrigiert und neu ins Netz gestellt. Mit dem Resultat, dass der Fehler, den Christian bemängelt hatte, immer noch da ist. *Kopfkratz*
Also nochmal von vorne. Das Bild der Autorin neu gestaltet, neu verlinkt und - ? Nein, klappt nicht. Dieses Mal wird schon direkt bei der Bildunterschrift von Susanna der Name von Friedhelm angezeigt. Ich fange an, an meinem Verstand zu zweifeln. Christian chattet derweil mit meiner Frau um ihr mitzuteilen, dass das immer noch nicht funktioniert. Wie hieß bei Schweinchen Dick doch gleich der kleine, dicke, glatzköpfige Jäger, der immer hinter Bugs Bunny her war? Ich komme mir vor wie ebendieser und überlege, ob ich Christian nicht besser ein Bild vom Hasen statt von Duffy verpassen sollte. Nur die Vorstellung eines Einschußloches in meinem Monitor hält mich weitestgehend davon ab.
Mittlerweile habe ich die Seite soweit, dass unter dem Bild von Susanna kein Name, sondern das Bild von Friedhelm erscheint. Ich gehe in die Küche, würze den Braten nach und fange an zu beten. Susanna hat übrigens ein tolles Buch im Verlag meiner Frau veröffentlicht – Tyrannosaurus Ex. Man muß dazu sagen, dass es eine reine Autobiographie ist und man diese Frau im Duden unter „Chaos“ als Erklärung findet. Christian erfreut uns mit der Information, dass, wenn man nun auf Susannas Bild klickt, der Name von Friedhelm zusammen mit dem Bild von Ben erscheint. Der Jäger aus der Comicreihe heißt im Übrigen Elmar Fudd …
Zurück am Rechner nehme ich den Saurier an die Leine, erstelle die Autorenseite neu und fahre das komplette Gezumpel wieder auf den Server.
Resultat: Ohne Internet auf meinem Rechner sieht es klasse aus. Gehe ich ins Internet, bleibt der Fehler offenkundig bestehen. Schaut meine Frau von ihrem Rechner aus auf die Seite, stimmt alles. Ich schiebe das Ganze auf die Tatsache, dass ich eine neue Grafikkarte brauche und schließe den Tag für mich gedanklich ab. Zumal Christian, der im Übrigen auf Mauritius wohnt, uns nun mitteilt, es sei jetzt alles in Ordnung.
Ich gehe in die Küche und fülle noch etwas Buttermilch an die Bratensauce. Frust sieht nunmal anders aus – aber es gibt halt so Tage …
Also – nicht nervös werden, wenn mal etwas nicht so läuft, wie Ihr es Euch eigentlich gewünscht habt. Letztendlich bleibt alles besser ;)
… und Kalle hat gerade noch angerufen, er sitzt bereits am nächsten Blogartikel – mal sehen, was es von seiner Seite her zu berichten gibt!

Mahlzeit …