Blog-Zug

Samstag, 7. Juli 2012

Fragen, die die Welt nicht braucht


Muss man eigentlich ALLES hinterfragen?

Da ist er wieder, Euer kleiner Haus- und Hofphilosoph. Der ewig gestrige, der sich so gerne mit den Problemen dieser Welt beschäftigt.
Und was soll ich sagen … ich habe da meiner Frau heute dermaßen eins vor den Bug geschossen, dass ich es schriftlich fixieren musste, denn genaugenommen wollte ich ihr behilflich sein.
 
Der Reihe nach. Meine Frau hatte leichte Probleme mit ihrem Mailprogramm. Programm noch da, aber nach einem Start passiert was? Nix.
Nach einer fast schlaflosen Nacht und unzähligen Rettungsversuchen hat sie es dann heute Morgen immerhin so weit gebracht, dass sich zumindest das Programm
öffnete. Gut, alle Mails weg, ABER: Es gibt ja noch Sicherungsdateien, die sie in weiser Voraussicht zwischendurch angelegt hat. Die wurden nun also händisch importiert.
Ich bekam nur die Hälfte mit und fragte: „Was machst Du da?“ 
Sie antwortet: „Ich kopiere gerade die gesicherten Mails Ordner für Ordner zurück ins Programm.“
 
Meine clevere Gegenfrage lautete: „Jetzt echt? Das machst Du?“

Schweigen auf der anderen Seite und mitleidiges Lächeln ihrerseits. Dann ein „Ja, Schatz. DAS mache ich.“

Ich hab dann einen kleinen Moment gegrübelt, und vielleicht seid Ihr auch noch nicht so wirklich auf der Spur. Aber folgendes zweites Beispiel: Meine kleine Tochter, kurz vor sieben Jahre alt, macht sich heute auf den Weg zu einer Freundin. Eine halbe Stunde, nachdem sie das Haus verlassen hat, bimmelt es bei uns an der Tür. Ich gehe an die Gegensprechanlage und höre ein „Joanna war nicht da, machst du bitte auf?!“
Ich antworte durch den Hörer: „Bist du denn schon wieder zurück?“
Nein, natürlich war sie es nicht. Mit ziemlicher Sicherheit hat sie bereits jetzt zuviel John Sinclair gelesen und sich nur mit ihrem Astralkörper zu unserer Haustür geschlichen. Wisst Ihr, was ich meine?
Man fragt einfach immer wieder dusselige Fragen. Ich auf jeden Fall gerne. Aber: Ich selber bin auch ein Gegner der „Wie“-Fragen. Wie ich das meine? Ich hab da ein sehr passendes Beispiel aus dem  realen Leben, passt gut auf!
Bottroper Wochenmarkt, vor etwa sechs Wochen. Vormittags. Sonnenschein.
Folgende Gesprächsfetzen zwischen zwei Bekannten wurden von mir festgehalten:
   „Josef, wie, du biss auch hier?“
    „Jo, Karl. Bissken einkaufen.“
    „Wie, einkaufen? Nix mehr zuhause?“
    „Ne, de Mutta iss doch im Krankenhaus, da mussich mich doch um allet kümman.“
    „Wie, die iss im Krankenhaus?“
    „Jo, mittat Bein“
    „Wie, mittat Bein?“
    „Jo, weisse, dat iss doch imma so geschwolln.“
    „Wie, dat iss geschwolln? Imma?“
    „Jo, imma. Da sacht den Professor datdidat gezz ma untersuchn.“
    „Wie, die untersuchn dat? Dauert dattenn lange?“
    „Ja, weissich auch nich. Die ham gesacht die soll inne Kur.“
    „Wie, inne Kur? Ja unn wie lange?“
    „Ja, so sechs Wochen wohl. Ma kucken, wa?“
    „Gut, Josef, ich muss dann auch ma weiter. Noch nachn Herbert rüber.“
    „Wie, nachn Herbert? Bestell den ma schöne Grüsse.“
    „Jo mach ich dann. Tschüssken.“
    „Jo, bis die Tage dann.“

Weg sind sie. Kurzes Gespräch, alles gesagt und noch sehr viele Fragen offen. Woran das liegt? 
Wie, das habt Ihr immer noch nicht verstanden?
Macht nix.
Mahlzeit.



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