Blog-Zug

Freitag, 27. Juli 2012

Einmal Olümpia mit viel Sahne, bitte!

Leute, dat kannet doch nich sein. Gezz hat den Micky mich hier fürn Blokk kwasi als festen Schreiber angaschiert. Nicht, dat mich dat kein Spass nich machen tut, aba irntwie wirtat langsam son richtigen Stress.
Dabei hamwa doch gezz die Olümpiade hier bei die Tommis. Dat wern gezz richtich anstrengende Tage für mich. Weil von die Jungens und die Mädels, die da für gudd old Tschörmänni antreten, da erwaat ich natürlich schon ne Menge an Gewinne, also erste Plätze, kwasi.

Ja unn eintlich wolltich da gemütlich auffe Kautsch sitzen mit ne schöne Hopfenkaltschale den Einzuch von die Sportlers bekukken. Naja, vielleicht schaff ich dat ja heute mit dem Schreiben hier noch bevor die Kwiehn durch dat Stadion fahren tut. Ich happ nämlich von den Taumfatta Jupp von gegenüba gehört dattida sonne Ehrenrunde mit ihre Kutsche macht. Mit den Scharls, also den mitti grossen Ohren, unn mit ihre Enkels auch dabei. Den Taumfatta Jupp sachtä, datter auch gehört hat datti ihre Hunde mit dabei hat. Wobei ich gezz nich genau weiss, ob die an die Spiele nich auch teilnehm. Weil hier dat Windhundrennen, watti ja bei die Tommis so klasse finden, dat iss glaubich für die Spiele noch nicht zugelassn. Dat Ih-Oh-Zeh oder wie dat heisst, die hamdat wohl noch nich abgesechnet. Ob gezz die beiden Bellos von die Kwiehn da überhaupt für geeichnet sind weissich aba auch nich wirklich, dat sind ja Korgiehs unn die sind glaubich auch nich ganz so schnell.

Wat wollt ich denn überhaupt saan? Ach ja, richtich. Also, ich waa ja inne junge Jahre auch son Sportass. Ne, gezz ährlich. Egal wattat waa, obdat gezz Handball oda Fussball waa oder auch hier die Leichtatletik, also so mit Rennen un weit Springen un mitti Kugeln wegschmeissen – also aintlich bei allet waa ich nachn paa Wochen imma mit dabei. Gut, et hat vielleicht nich für de Profiliga gereicht, aba wir hatten imma wat zu lachen dabei. Dabei sein iss allet, kwasi. Sacht man ja auch bei de Griechen. Die hamja Olümpia erfunden, kwasi. 

Da waa nämlich inne Antike son griechischen Könich oder Kaiser glaubich, der hat sich fürn Samstach nachmittach en bissken Abweckslung gewünscht. Un da hatter dann die ganzen Krieger gegeneinander kämpfen lassen, am Anfang mit Speere und mit die Kugeln anne Leine, also dat, wat heute Hammerwerfen iss. Erss hamse die Speere untat andere Zeuchs immer aufeinander zugeworfen, nur da hattense geede Woche ein paa Krieger weniger weil die dat mit Kampfübungen verwechselt haben. Geedenfalls iss dann von den Kaiser, der dat anberaumt hat, also den sein Schwager, der hat sich dat ma angekukkt. Dat waa den Zeus und der wohnte inne Kleinstatt, die hiess Olümp. Der sachte dann für sein Kollegen „Hömma, warum machse datten geede Woche? Ärssma verliersse geede Menge Sportler und Krieger auf die Aat, un ausserdem wirtat mitti Zeit doch langweilich, wenne dat geede Woche machs. Mach dat doch wie mitti Schaltjaare, die wa eingefüht ham, nämlich nur alle vier Jaare“

Und dat fand den Könich wohl richtich gut un der hattatdann auch so gemacht un weil ihm den Zeus den Rat gegeben hat, hiessen die Veranstaltungen mit einma olümpische Spiele. Ja, den Zeus, dat waa halt son richtich gebildeten Mann. Dat wa auch wennich mich recht erinnern tu, der Bürgermeister von Olümp, also die Kleinstatt von der ich gerade schon erzählte. Wat aba die wenigsten wissen tun, dat iss, datt den Zeus ne Nichte hatte, dat waa die Mercedes. Un die ihr Freund, dä hat die ärsten Schaltpläne fürn Auto entwickelt. Die waan zwaa noch ohne Lampen, weil die hatten ja noch keinen Strom dammals, aba auf geeden Fall hamdidi Pläne in sonne Mauer verstekkt, wat irntwie zweitausend Jaare später der Oppa von den Henry Ford bei ne Ausgrabung entdekkt hat. Und der hat dann mitten Karl Benz ein Geschäft gemacht – der hatt den alten Hernn Benz nämlich den Tipp gegeben, wenner mal ein elektrisches Gerät entwikkelt, soller dat Mercedes nennen, kwasi als Erinnerung an die Verwante vom Zeus. Der aba waa en total ausgefuxter unn hat dann, als der gesehen hat, datter Herr Ford mit einmal am Autos am bauen iss, sich gedacht: Dat kannich auch. Ja, unso iss dann den Mercedes Benz entstanden.

Ihr seet also, wenne inne Schule beide Geschichte imma gut aufpassen tuus, lernsse wat fürs Leem. Und wennich, iss dat wie mitti Griechen un den Euro: Dabei sein iss allet! Also, bis die Tage!
Tschüssken!

Dienstag, 24. Juli 2012

Kalle erzählt: Spass mit echten Freunden

Kinners, ich sach euch … da bieteste dich ma an weil‘n Kollege mit sein Rechner nich ausn Kwark kommt und dann hasse hier ne Daueraufgabe.
Die Tage sarich zum Micky „Micky“, sarich, „gip mich ma deine Zugangsdaten, ich schreib dich heute den Block.“ Der hat doch sein Kompjuter inne Wicken, ihr wisst doch. Gesacht, getan, hattich ihm den Aamd schnell wat hier rein geposted, so wierich dat versprochen hab. Abba dattich dat nu nochma soll, da hatten wir nix von bekwatscht. Abba der issja immer noch mit seine Kiste zugange, dat wird nochn paa Tage dauern denkich ma.
Also sacht den zu mich „Kalle, kannze dat nich noch so ein, zweima für mich machen? Ich weiss doch nich wann die Mühle hier wieder aabeiten tut unn die Leser die ham dat so klasse gefunden wat du da geschriiem hass, da kannze die doch gezz nich einfach so sitzn lassn.“
Wat machsse nicht allet für Freunde, also habbich dann gesacht: „Lass ma stecken, Micky, dat iss schon in Ordnung, marich doch gerne.“
Ich mein, der Kerl hat ja nu auch genuch um die Oorn. Der iss ja nich nur hiern Block am schreim, der iss ja auch noch am singen unn am produziern hier mitten Bobischu un den dicken Pitter von Aachen un den Herbert hier, also da den Goldkeelchen-Herbert un noch son paa andere. Ja, unn mit seine Britta iss der ja auch noch in den Verlach am aabeiten. Ich sach imma, der iss wie son Huhn dat nich nur Eier leecht, sondern datte auch noch melken kannz.
Naja, anne Zitzen von dem ham ja in die letzten Jaare immer nochn paa drangehangen, aba dat hat sich ja mittlerweile erledicht.  
Geedenfalls, weil ich doch vorhin wat vonne Freundschaft gesacht hab, da fällt mich grade sowat bei ein. Hier von uns ausse Nachbaaschaft, de Walta mit seine Susi, der hatta son alten Opel. Irntwie wat inne achziger gebaut un mit sonne beesche Faabe, wie dat eem früher so in waa. Ganz klasse dannoch mitti Plüschgaanitur auffe Sitze un hinten im Heck den Wakkeldakkel.
Wie auch imma, den Walta habbich also beide Reparatur von die Kiste mitgeholfen. Ich bin da zwaa nich so den Profi, aba Walta meinte, ich wär ja nen Elektrika un weil ich weiss wie man nen Herd inne Küche anschliessen tut, kannich in son Auto auch den Blinka reparieern. Ich sach noch „Walta“, sarich, „Walta, ich bin Strippenziher – wat weiss ich wie son Kabel im Auto laufen tut. Da muss ein Profi für Ka-Eff-Zett ran.“
Aba nee – Herr Walta weiss ja allet besser und sacht „Keule“, sachter für mich, „dat iss doch so: Wenne mit den Dreestrom kannz dann kannze auch mittat bissken Gezumpel hier in mein Wagen klaakommen.“
Gezz stellt euch ma im Fussball den bairischen Würstchen-Ulli hier bei uns in Borbeck anne Pommesbude vor, wie der da dat Fett wechseln tut. Oder den Kloppo hier vonne schwazz-gelben bei de Steeler F-Jugend – dat geet gaa nich!
Egal, den Walta iss mein Freund un dann habbich ihm da auch bei geholfen. Et waa, wennich ehrlich bin, bissken schwierig, ne 4 kwadrat massiv Leitung durch die Ekken in den kleinen Wagen zu verlegen, aba irntwie ham wa dat dann auch hingekricht. Auf alle Fälle kricht dat keiner mehr da raus. Und den Blinker von den Walta unti Susi sein Auto geet widda.
Dann ham wa gleich noch die Boxen von sein Vatta, der vorn paar Wochen leider verstorben gewesen waa, auffe Rückbank gebaut un mit sein Schwanenhalsradio verbunden. Gut, dat iss gezz für wen, der ausser die zwei noch mitfaan tut en bissken eng hinten, aber dafür hörsse nix mehr von den Verkehr draussen. Hat ja auch seine Vorteile.
Ja, un als wir dann noch die Sichnalhupe von den amerikanischen Trakk mit reingebaut haam , wa die Susi am straaln wie ne glattpolierte Mottenkugel.
Gut, beim ersten Mal als wir gehupt ham, mussten wa aussem Taubenschlach direkt drei vonne Jungtauben und eine nich mehr ganz so junge inne Tonne haun, weil die ham sich en bissken erschrekkt und sind hintenüber gefalln.
Un als den Josef von gegenüber mit sein Hörgerät wat nich richtig geet aussen Haus gerannt kam un immer am schreien waa „Die Russen sind da!“ un mit seine Wintschester, wo der aussen Kriech noch hat, am rumfuchteln waa, da hamwa dann die Lautstärke von die Hupe wat runtergeschraubt. Iss ja allet regelbar mit son kleinen Kondensator.
Egal, Spass hamwa gehabt und dat Auto fährt imma noch. Un mit echte Freunde, wennze für die wat machs, da kannze dann imma wat erleem.
Un weil den Micky mein Freund iss, schreib ich eem hiern bissken bis der wieder selber kann. Wenn ihr mich lasst. Bis dahin erssma!
Tschüssken

Sonntag, 22. Juli 2012

Kalle vom Kiosk



So, Leute, gezz mussich erss ma sehen, wie dat hier geht mitten Blokk. Normalerweise iss ja den Micky Dearest hier am schreiben, aba dä hat ja widder ma nen Problem mit seinen Rechner. Also habbich gesacht: "Micky", habbich gesacht zu den, "Micky, gippmich dochma deine Zugangsdaten für den Blokk un dann mach ich dat."

Issja nich so, dattichda kein Plan von hab.
Aba da mussich mich ja auch ersma vorstellen. Kalle sagense alle für mich. Also, normalerweise bin ich den Karl-Heinz Kwiatkowski, aba bis dat einer gelernt hat, iss ja schon wieder bei den Taubenvatta Jupp de Silberhochzeit angesacht, und der hat erss vor fuffzen Jahre geheiratet. Also sagen se alle Kalle für mich, dat geht besser.

Inne Regel binnich so drei, vier Taga inne Woche bei den Herbert vonne Bude am helfen. Also, wat so eben helfen iss. Kisten schleppen, ab un zu ma bissken fegen un wenn dat richtich Winter iss unntat Schnee gippt, muss der wechgeräumt wern un dann kannich inne Regel auch noch bissken Eis kratzen.

Aba wat willze machen. Mit viernfuffzich kannze ja auch nich mehr so wie früher als jungen Hüpper. Seit 3 Jaarn binnich gezz auf Frührente un ich stell fest, dattichdat wol bis inne richtige Rente auch bleip. Klaa, Miete iss sicher, Essen habbich für mich und meine Hilde auch genuch, aba wennich mich dann ma'n Schnäppschen mehr hol bei den Herbert, dann mussich auch saan, dattiss schon klasse dattermich hier'n bissken maloochen lässt unntich schonma nen Zehner neembei hab. Dat geet ja sonss gaa nich.

Un wenne dann ma kukks untich überlees, dat son Zehner heutzutage nich meer iss als dammals mitti Demaak der Heiermann, also die Fünf Maak dammals, dann machse dich schon so deine Gedanken. Überleech doch ma: Da wa bei die neue deutsche Welle son Lied, da hiess dat imma: Kost der Sprit auch drei Maak zehn, Scheissegal, et wird schon gehn. Ja, unn watt ham wir jezz? Zum Teil bisse fast anne vier Maak den Liter.

Rechnesse dat gezz auf meinetwegen Zigaretten um, dann kannze dich bei die Preise heute mitti Preise dammals kwasi entscheiden, ob du dich ne Schachtel Kippen hols un sommit für einen Tach wat zu kwarzen hass oder ob du für dat selbe Geld dein Auto vonne Garage zehn Meter weiter auffe Strasse stells. Da brauchsse nämlich auch schon ein Liter Sprit. Hömma, da geh ich doch lieber zu Fuss nachn Aldi unn hol mich für die Kohle ne Packung Frikadellen. Die sind da nämlich gaanich so schlecht.

Un wat wolln wa dagegen machen? Gaa nix. wir ham ja die Proleten da inne Regierung gewählt. Die Äintschi mit den Honnekka-Gedächtniss-Haaschnitt genauso wie den CSD-Giido. Also dürfen wa unss nich beschwern, wenn die gezz Europa saniern un ich hier für fünf Ocken extra den Arsch aufreiss. Vielleicht solltich auch noch ne Partei aufmachen, wir ham ja gezz geseehn, wie einfach dat geht dat man auch als Haazer inne Regierung kommen tut. Aba waascheinlich habbich dann wieder keine Zeit für dat. Ne, lass ma.

Ich geeh gezz erss mal kuckn, watter Micky mit sein Rechner gezz hat. Ich meld mich die Tage bei euch.
Tschüssken

Sonntag, 8. Juli 2012

Wahre Freunde, echte Fans

Tja. Und schon ist er wieder hier. Der "WaspassierteigentlichallesinderWelt"-Autor.

Und heute mal mit einem Thema, das ich zwar mit einem Zwinkern im Auge zu schreiben
versuche, das aber einen wirklich ernsten Hintergrund hat.
Ihr wisst: Ich schreibe (nicht nur Blogs, sondern auch Songtexte - und ja, es hat jetzt auch für ein Buch gereicht), ich komponiere, arrangiere und mittlerweile PRODUZIERE ich auch. Das Ganze sogar erfolgreich - auch wenn es manchem nicht passen mag.

Stets vertreten bei Twitter und selbstverständlich auch bei Facebook. Und bei letzterem bin ich ja nun sehr oft und ständig unterwegs. Für viele ist es eine Fundgrube an kostenlosen Spielen, mancher ist nur dort, weil seine Freunde es auch sind, wieder andere hoffen dort die große Liebe zu finden  - aber am interessantesten finde ich dort die Riege der Selbstdarsteller. Versteht mich bitte nicht falsch: Um es mit den Worten meiner Frau zu sagen, ich BIN ein Selbstdarsteller. Wen sonst soll ich bitte präsentieren außer mich selber?
Leider aber gibt es da noch eine Unterkategorie. Menschen, gerne aus dem öffentlichen Leben (wenn auch nur regional), die der Meinung sind, dass Facebook vor allem dafür gut ist, über andere herzuziehen. Macht vor allem dann Sinn, wenn man Namen nicht nennen mag, weil das könnte ja wiederum rechtliche Konsequenzen beinhalten. Schade eigentlich.

Aber was soll ich sagen - das ist die große, bunte Welt des Glamour und der Show. Sieht man sich auf der Bühne oder bei einer Veranstaltung, dann ist das "Haha, schön, dich zu treffen!" immer zweischneidig zu sehen - schliesslich ist eine 45er Magnum auch zum Treffen geeignet.

Ist man dann aber wieder daheim und bearbeitet seinen Facebook-Account, dann kann man gut und gerne auf denen herumschlagen, die man vorher noch freundlich lächelnd begrüßte.
Und dann kommen sie aus den Löchern gekrochen: Die Jasager und Fähnchenhalter. "toll, was du geschrieben hast", "du hast ja SO Recht", "du bist der/die Größte für mich" sind nur ein paar Auszüge aus den Postings in den von mir angesprochenen Threads.

Da ergießen sich Seiten über Seiten mit sabbernden Opportunisten, Möchtegern-Freunden und Z-Promi-Hoppern. Wofür? Um vielleicht hinterher seinem Partner sagen zu können, dass der Promi sowieso einen namentlich erwähnt hat? Beeindruckend ...

Da sind dann solche Z-Promis, die vielleicht bei Facebook schon die magische Grenze von 5000 virtuellen Freunden erreicht und daher ein zweites Profil eröffnet haben. Starke Leistung - nur leider sieht man an solchen Kleinigkeiten dann auch, dass diese Facebook nicht einmal begriffen haben.

Wie heißt es so schön: Neid muß man sich erarbeiten. Jops, richtig. Wird auch gerne immer wieder genommen, dieser Spruch. Andererseits ist die Definition von Arbeit offenbar unterschiedlich auszulegen. Ich will mal so sagen: Wer beispielsweise drei Kinder hat und von daheim aus arbeitet (vielleicht sogar mit dem Partner zusammen), der fängt bereits morgens um sechs an und muß die Zeit zum Teil bis in die Nacht nutzen. Andere fangen lieber nachmittags um vier an und sind dann auch mitten in der Nacht müde - da stellt sich dann die Frage, wovon.

Und was poste ich denn nun bei Facebook, wenn ich meine, dass ich eine Person des öffentlichen Lebens bin? Wenn ich Maler bin, denke ich, interessieren sich die Menschen, die mich dort wahrnehmen und verfolgen, für den Fortschritt meiner Arbeiten. Bin ich Musiker, kann ich immer mal wieder auf neue Produktionen hinweisen. Wenn ich denn welche habe ...
Manche schaffen in zwei oder drei Jahren vielleicht nur  drei Stück - da sollte man sich überlegen, ob man nicht besser einem geregelten Job nachgeht. Aber vielleicht ist es ja auch Berufung - dann darf man sich aber auch nicht beschweren, wie schlecht es einem geht.
Andere arbeiten wie am Fließband - aber dann wirds irgendwann auch langweilig. Die sinnvolle Mitte zu finden, liegt eben nicht jedem.

Es ist halt alles relativ - aber das hat Einstein ja schon herausgefunden. Und da ich schwer davon ausgehe, dass der heutige Blog auch - anders als sonst - von Menschen gelesen wird, für die Einstein eine neue RTL-Dokusoap ist, befassen wir uns mit der besagten Relativitätstheorie lieber ein anderes Mal.

Denn - in dem Zusammenhang - mal ehrlich: Schon mal drüber nachgedacht, dass ALLES, was bei FB über eine Person im Profil dieser Person steht, von eben jener Person verfasst wurde? Wer sagt Euch denn, dass beispielsweise in der Profilangabe der Wohnort stimmt? Oder die Schulbildung?

Und wer DAS nicht zu hundert Prozent weiß, der möge sich auich noch einmal mit dem Wort "Freunde" bei Facebook beschäftigen.


Jedenfalls sind mir rund 500 echte Freunde, mit denen ich ab und an auch kommuniziere, lieber als ein zweites Profil mit den nächsten 5000. Egal, ob es Sinn macht, oder nicht.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche!
Mahlzeit













Samstag, 7. Juli 2012

Fragen, die die Welt nicht braucht


Muss man eigentlich ALLES hinterfragen?

Da ist er wieder, Euer kleiner Haus- und Hofphilosoph. Der ewig gestrige, der sich so gerne mit den Problemen dieser Welt beschäftigt.
Und was soll ich sagen … ich habe da meiner Frau heute dermaßen eins vor den Bug geschossen, dass ich es schriftlich fixieren musste, denn genaugenommen wollte ich ihr behilflich sein.
 
Der Reihe nach. Meine Frau hatte leichte Probleme mit ihrem Mailprogramm. Programm noch da, aber nach einem Start passiert was? Nix.
Nach einer fast schlaflosen Nacht und unzähligen Rettungsversuchen hat sie es dann heute Morgen immerhin so weit gebracht, dass sich zumindest das Programm
öffnete. Gut, alle Mails weg, ABER: Es gibt ja noch Sicherungsdateien, die sie in weiser Voraussicht zwischendurch angelegt hat. Die wurden nun also händisch importiert.
Ich bekam nur die Hälfte mit und fragte: „Was machst Du da?“ 
Sie antwortet: „Ich kopiere gerade die gesicherten Mails Ordner für Ordner zurück ins Programm.“
 
Meine clevere Gegenfrage lautete: „Jetzt echt? Das machst Du?“

Schweigen auf der anderen Seite und mitleidiges Lächeln ihrerseits. Dann ein „Ja, Schatz. DAS mache ich.“

Ich hab dann einen kleinen Moment gegrübelt, und vielleicht seid Ihr auch noch nicht so wirklich auf der Spur. Aber folgendes zweites Beispiel: Meine kleine Tochter, kurz vor sieben Jahre alt, macht sich heute auf den Weg zu einer Freundin. Eine halbe Stunde, nachdem sie das Haus verlassen hat, bimmelt es bei uns an der Tür. Ich gehe an die Gegensprechanlage und höre ein „Joanna war nicht da, machst du bitte auf?!“
Ich antworte durch den Hörer: „Bist du denn schon wieder zurück?“
Nein, natürlich war sie es nicht. Mit ziemlicher Sicherheit hat sie bereits jetzt zuviel John Sinclair gelesen und sich nur mit ihrem Astralkörper zu unserer Haustür geschlichen. Wisst Ihr, was ich meine?
Man fragt einfach immer wieder dusselige Fragen. Ich auf jeden Fall gerne. Aber: Ich selber bin auch ein Gegner der „Wie“-Fragen. Wie ich das meine? Ich hab da ein sehr passendes Beispiel aus dem  realen Leben, passt gut auf!
Bottroper Wochenmarkt, vor etwa sechs Wochen. Vormittags. Sonnenschein.
Folgende Gesprächsfetzen zwischen zwei Bekannten wurden von mir festgehalten:
   „Josef, wie, du biss auch hier?“
    „Jo, Karl. Bissken einkaufen.“
    „Wie, einkaufen? Nix mehr zuhause?“
    „Ne, de Mutta iss doch im Krankenhaus, da mussich mich doch um allet kümman.“
    „Wie, die iss im Krankenhaus?“
    „Jo, mittat Bein“
    „Wie, mittat Bein?“
    „Jo, weisse, dat iss doch imma so geschwolln.“
    „Wie, dat iss geschwolln? Imma?“
    „Jo, imma. Da sacht den Professor datdidat gezz ma untersuchn.“
    „Wie, die untersuchn dat? Dauert dattenn lange?“
    „Ja, weissich auch nich. Die ham gesacht die soll inne Kur.“
    „Wie, inne Kur? Ja unn wie lange?“
    „Ja, so sechs Wochen wohl. Ma kucken, wa?“
    „Gut, Josef, ich muss dann auch ma weiter. Noch nachn Herbert rüber.“
    „Wie, nachn Herbert? Bestell den ma schöne Grüsse.“
    „Jo mach ich dann. Tschüssken.“
    „Jo, bis die Tage dann.“

Weg sind sie. Kurzes Gespräch, alles gesagt und noch sehr viele Fragen offen. Woran das liegt? 
Wie, das habt Ihr immer noch nicht verstanden?
Macht nix.
Mahlzeit.