Blog-Zug

Freitag, 27. Juni 2014

Statistiken und andere Lebenshilfen



Grüß Euch!
Fast ein Jahr Pause auf meinem geliebten Blog? Wer mir das vor eben diesem einen Jahr gesagt hätte, den hätte ich ziemlich verwundert angeschaut. Denn in der Zeit, in der ich ihn aktiv bestückt habe, ist er mir doch ziemlich ans Herz gewachsen. Und ich glaube, da stehe ich nicht alleine mit der Meinung.
Aber sehen wir das doch einfach mal als kreative Schaffenspause, schließlich hat sich in den vergangenen rund zwölf Monaten hier ja auch so einiges getan – und trotzdem (oder eben deswegen) habe ich nicht die Lust am Schreiben verloren.

Wie auch immer – was mir den Anlass gab, wieder zu Tinte und Feder zu greifen UND das geschriebene dann in eine digitale Form zu bringen, war eine kurze Abhandlung über eine Studie, welche mir vorgestern in die Hände fiel. Diese Studie wiederum befasste sich mit Statistiken, die in den letzten Jahren erstellt wurden. Das ist für mich ein gefundenes Fressen, da ich ein großer Freund von Statistiken bin und mich immer wieder wundere, wofür Geld ausgegeben wird. Schließlich werden Mitarbeiter für diese Wissenschaft benötigt und beschäftigt – laut einer nicht bestätigten Studie durchschnittlich 28,4 Angestellte pro Erhebung mit einem Gehalt von €1833,24. Ebenfalls im Durchschnitt, versteht sich.
In der besagten Studie fand ich eine Statistik, aus der ersichtlich war, dass der Bundesbürger im Schnitt eine Lebenserwartung von 63 Jahren hat (die Erhebung hatte wohl schon vor etwa 30 Jahren stattgefunden, da lebte man nicht so lang – die Auswertung dauert halt etwas länger). Und von dieser Zeit verbringen wir laut dieser Statistik 3 Jahre auf dem Klo. Als ich das las, habe ich mich erschrocken. Drei Jahre meines Lebens beschäftige ich mich also mit dem natürlichen Recyceln der meinem Körper zugeführten Lebensmittel?
Ich las schnell weiter und fand eine weitere Auswertung, aus der ich entnehmen konnte, dass ich ebenfalls drei Jahre meines Lebens mit „Warten“ ausfüllen würde. An der Kasse, an der Ampel, am Telefon, in der Schule vor dem Rektorenzimmer, vor dem Altar auf die Braut …

Tja, und da wurde ich stutzig und habe mal angefangen, meine eigene Statistik zu erstellen.
Grundsätzlich gehen wir durchschnittlich acht Stunden am Tag arbeiten. Und um eine dem Schnitt angepasste Rente zu erhalten, machen wir das über rund 40 Jahre.
Legen wir nun eine 5-Tage-Woche und 30 Tage Urlaub pro Jahr zugrunde, bedeutet das, dass wir insgesamt 9240 Tage unseres Lebens arbeiten; teile ich das nun durch drei, habe ich auch den Acht-Stunden-Tag berücksichtigt. Streiks und Krankentage lassen wir mal außen vor. Das macht dann rund 8,49 Jahre am Stück, von morgens bis abends. Gar nicht so viel, oder? Es geht aber noch weiter. 
Ebenfalls ein Drittel unseres Lebens schlafen wir. Also in unserem Fall 21 Jahre. Insgesamt 6 Jahre verbringen wir mit Essen daheim und 1,5 Jahre sitzen wir in Restaurants. 1,5 Jahre telefonieren wir und nochmals ein halbes Jahr kostet es uns, Emails in den Spam-Ordner zu verschieben. Wenn ich jetzt noch die Zeit rechne, die ich zur Arbeit fahre, sind das ebenfalls rund sechs Monate.
Nun zähle ich das zusammen und komme auf etwa 39,5 Jahre.

Das heißt, ich habe bei einer Lebenserwartung von 63 Jahren etwa 23,5 Jahre, die ich von morgens bis in die Nacht mit Freizeit füllen kann. Würde ich nun die ganzen unnötigen Dinge, die mich so viel Zeit kosten, als erstes erledigen, könnte ich bereits mit 40 in Rente gehen und mich endlich um Sachen kümmern, die mir wichtig sind und für die ich freie Zeit nun wirklich benötige. Kinder zum Beispiel. Schließlich habe ich statistisch gesehen 7875mal Sex im Leben. Und wenn ich DAS nun auf die freien Jahre lege, würde das bedeuten, dass ich etwa 336mal im Jahr meine Frau beglücken dürfte, also praktisch FAST jeden Tag einmal. Und DAS ist eine Statistik, die mir sehr gefällt. Dafür würde ich sogar auf die elf Jahre Fernsehen verzichten. Und auf die Fussballweltmeisterschaft.
Na? Das sind doch mal Aussichten, oder? Jetzt bin ich nur mal gespannt, was Britta sagt, wenn sie, wie sonst auch, meinen Blog Korrektur liest …

Ich wünsche Euch eine schöne Restwoche!


Mittwoch, 27. November 2013

Ein kleines Studio hat Ambitionen für grosse Dinge! - VisionBakery

Ein kleines Studio hat Ambitionen für grosse Dinge! - VisionBakery

Vor  eineinhalb Jahren etwa wurde MWM Productions ins Leben gerufen. Ein Ein-Mann-Unternehmen mit dem Ziel, mittelfristig im hart umkämpften Musikmarkt Fuß zu fassen.
Ich selber, Michael Wisniewski, bin mittlerweile bald dreißig Jahre in der Musik unterwegs, allerdings
immer unter anderen Vorzeichen. Sei es in den Anfängen als Schlagzeuger einer Blues- und Boogieband, als Gitarrist und Keyboarder in verschiedenen Formationen oder einfach nur als Fan. Irgendwann fing ich damit an, eigene Songs zu schreiben und versuchte, diese auch „an den Mann“ zu bringen. Durch viele Kontakte, die ich mir in den ganzen Jahren aufgebaut habe, gelang dies schließlich auch und so sind mittlerweile eine ganze Reihe meiner Songs mit verschiedenen Interpreten veröffentlicht. Nicht mit den ganz großen Stars – aber mit den kleinen Sternchen.
Und da ich immer das Ziel vor Augen hatte, in der Musikbranche etwas Vernünftiges auf den Weg zu bringen, entstand dann MWM, als die Zeit reif war.
Was mich als Produzent von vielen anderen unterscheidet, ist die grundlegende Sicht der Dinge. Denn es gibt eine Menge guter Sänger und Sängerinnen, die einer professionellen Produktion alleine aus Kostengründen aus dem Wege gehen. 
Denn machen wir uns nichts vor: In einem Studio „mal eben“ einen Song einzuspielen, einzusingen, zu mastern und gegebenfalls auch zu veröffentlichen, übersteigt in der Regel das Budget vieler junger Künstler. Und die Preisspanne kann durchaus zwischen 800 und 2500 Euro betragen – NUR die Produktion, JE Titel!
Wir gehen anders vor. Wir bieten dem angehenden Star eine bis drei KOSTENFREIE Produktionen. Je nachdem, wie es passt, was er oder sie sich vorstellt und auch – bei uns GANZ wichtig – ob die Chemie stimmt.
Natürlich, etwas Talent sollte auch dabei sein, schließlich ist keinem damit geholfen, wenn auf Biegen und Brechen ein Song gemacht werden soll und die Hörer hinterher das Weite suchen …
Jedoch: „kostenfrei“ bedeutet bei uns auch genau das. Der Künstler erhält keine erwarteten oder unerwarteten Rechnungen. Auch helfen wir den meist schlecht informierten Sängern und Sängerinnen bei GEMA-Meldungen, Korrespondenz mit der GVL und legen zudem die erarbeiteten Songs in unseren eigenen Musikverlag.
Eine Bemusterung bei vielen Radiosendern und DJs ist dabei ebenso mit im Programm. Wir wollen einfach den jungen Leuten eine Plattform bieten. Denn die beste Stimme wird immer ungehört bleiben, wenn sie niemand wahrnimmt.
Seit April letzten Jahres haben wir dann auch unseren eigenen Labelcode unter dem Namen „Pirate’s Island“.
So sind im letzten Jahr rund fünfzig Produktionen entstanden. Und mittlerweile müssen wir expandieren. So kommt es auch zu dieser Ausschreibung hier auf der Crowdfunding-Plattform. 
Um mit dem Standard, der bei den einschlägigen Sendeanstalten gefordert ist, mithalten zu können, benötigen wir ganz klar verbesserte Hardware. Sei es ein grösseres Pult oder auch ein stärkeres Mikrofon. Wir haben irgendwo jetzt unsere Grenzen des Machbaren erreicht und möchten gerne weiterhin (mittel- und langfristig) vielen jungen Leuten eine Chance bieten. Dafür reicht das technische Equipment nicht mehr aus, das muss erweitert werden.
Also – wir freuen uns auf EURE Hilfe und sagen „Danke“ im Namen aller, denen Ihr helft, ihre Träume zu verwirklichen!

Montag, 25. November 2013

Doktor Bonnie und Mister Clyde

Was, liebe Leser, machen Hunde eigentlich, wenn sie erwachsen werden? Und vor allem – WANN werden sie erwachsen?
Etwa fünf Monate sind unsere beiden jetzt. Wenn ich in der Schule richtig aufgepasst habe, entspricht ein Hundejahr im Schnitt sieben derer eines Menschen. Also rechne ich meine persönliche Statistik durch und komme bei fünf Monaten,  mal sieben, auf knapp drei Jahre. Statistisch gerechnet und rein theoretisch betrachtet wären wir also beim menschlichen „Ich habe laufen gelernt und fange an, sinnloses Zeug nachzuplappern“ – Alter.
So weit, so gut. Während der menschliche Nachwuchs dieser Größenordnung meistens damit beschäftigt ist, Mama am Rockzipfel zu hängen und Papa vollzubrabbeln, geht hingegen der Hund den Weg des geringsten Widerstandes. Und zwar Herrchens geringsten Widerstand.


„Die sind ja soooo süüüss“, „Guck mal, wie die kuscheln“, „Hach, haben die drollige Augen“ – unsere Töchter sind hellauf begeistert.
Die Zitate, die meine Frau von sich gibt, passen weniger in Grzimeks Tierleben. „Ich mach mal den Bach im Wohnzimmer weg“ oder „Haben wir noch ausreichen Papierhandtücher bis morgen früh?“ gehört derzeit zum Standardrepertoire meiner Traumfrau.

Ich selber hingegen würde gerne mal wieder im Bett schlafen – in MEINEM Bett -, ohne dass ich mich mit jemand anderem als meiner Frau um die Decke schlagen muss. Abgesehen davon frage ich mich seit einiger Zeit, ob das wirklich Hunde sind, die wir da bekommen haben. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass man uns zwei verkleidete Probanden für den Verzehr von mexikanischen Springbohnen angedreht hat. Die zwei „Hunde“ kennen eigentlich nur zwei Zustände im Bett: Entweder alle viere von sich gestreckt ÜBER meinem Gesicht oder alle viere von sich gestreckt IN meinem Gesicht. Und das abwechselnd. 

Ich gebe ja zu, es hat schon was kuscheliges, wenn ich des Nachts an den Füßen und im Rücken gewärmt werde. Meine Wärmflaschen atmen halt.

Und tagsüber, ich gestehe auch dieses, nehme ich sie sogar meiner Frau gegenüber in Schutz. Vor ein paar Tagen gab es Pizza. Selbstgemacht, schmeckte hervorragend.
Die Reste kann man tags drauf hervorragend naschen. Theoretisch jedenfalls. Praktisch jedoch rannte irgendwann am späten Abend ein kleiner brauner Hund mit einer Riesenportion Pizza Tonno im Maul an mir vorbei. Sardellen und extra Käse, wie es sich gehört. Meine Frau rief: „Schatz, nimm ihm die Pizza weg!“ Aber was sollte ich machen? Ich antwortete: „Süße, das geht nicht. Der ist SO stolz auf seine Beute, die kann ich ihm nicht einfach entreißen …“ 
Sehen wir es doch mal so: In der Natur reißt der Löwe die Antilope. Da kommt auch keiner daher und nimmt sie ihm einfach wieder weg. Und hier bei uns, in Essen-Steele, da reißt der Pinscher halt die Pizza. 
Oder entführt den Handfeger. Und zwei Aschenbecher. Plus zwei Schals und einige Schuhe. Inklusive meiner Socken. Und das Beste ist: Man versteckt die Beute im Transportkorb. Wir haben wirklich einen ganzen Tag nach unserem kleinen, niedlichen roten Handfeger gesucht. Dass wir ihn schließlich neben den anderen Beutestücken in einem der beiden Transportkörbe gefunden haben, lag nur daran, dass unser kleiner Kater („klein“ – PÜH) uns an selbigen Tag die Zusammenarbeit zwischen ihm und den beiden Kläffern nahegebracht hat. ER öffnet den Futterschrank, holt Leckerchen raus und versorgt die beiden. Die können ja nicht hochspringen und kommen nicht dran. Passt aber zu unserer alten Katzendame; die kann nämlich zwar hochspringen, egal wohin, traut sich aber alleine nicht mehr runter. Klarer Fall von Hypsophobie. Davon aber ein anderes Mal.

Auf alle Fälle haben wir gesehen, wie Kater die Hunde füttert. Und dabei fanden wir dann auch das Versteck für die entwendeten Gegenstände.

Naja – jedenfalls wissen wir jetzt, dass wir in absehbarer Zeit beruhigt in den Urlaub können. Unser Kater bekommt einen Türschlüssel und eine EC-Karte und kann sich dann um die anderen Bewohner kümmern. Ich muss ihm dann nur aufschreiben, wie die Säuberung vom Hasenstall ordnungsgemäß durchgeführt wird und mache ihm eine paar Notizen, wo welche Reinigungsmittel stehen.

Aber mit Sicherheit werde ich vorher noch das Passwort für meinen Rechner ändern – sicher ist sicher.
Also, bis die Tage!

Dienstag, 12. November 2013

Wenn einem Heiligen ein Licht aufgeht …

Gestern war, wie Ihr sicher wisst, Sankt Martin. Ein Gedenktag für einen Mann, der, als alle anderen an einem Bettler achtlos vorbei liefen, anhielt, seinen Mantel mit seinem Schwert zerschnitt und eine der beiden Hälften dem Obdachlosen schenkte.
Gut – wie so viele alte Bräuche oder Festtage fällt auch dieses leider dem Kommerz zum Opfer. Laternenhalterungen, Plastiklaternenköpfe, bunte Papierbänder, Leuchten und Lämpchen zu Tausenden … abgesehen davon, so habe ich gestern beim Fest auf der Grundschule unserer kleinen Tochter gelernt, ist es auch der erste offizielle Ausschanktag für Glühwein. Weihnachten naht unausweichlich …
Wie dem auch sei; als ich gestern Abend inmitten einer Heerschaar von lachenden Kindern und mindestens doppelt so vielen gelangweilten Erwachsenen stand, stellte sich mir unweigerlich die Frage: Wer hat eigentlich noch den eigentlichen Sinn dieses Festes vor Augen – oder zumindest im Kopf? Denn mal ehrlich – denkt Ihr darüber nach, was da vor vielen hundert Jahren in Amiens wirklich passiert ist? 
Oder: Wusstet Ihr eigentlich, wo unser Brauch, eine Martinsgans zu verspeisen, überhaupt herkommt?   Martin sollte im Jahr 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden. Weil er sich aber des Amtes für unwürdig empfand, lief er in irgendeinen Gänsestall, um sich dort zu verstecken. Da Gänse aber bekanntlich schnattern (und das nicht zu wenig – fragen Sie mal unsere Töchter …), wurde er durch ebendiese verraten und musste dann schließlich doch das Amt annehmen.

Soweit der geschichtliche Hintergrund. Nun begab es sich aber gestern Abend während des Umzuges (der übrigens auf dem Schulhof der besagten Grundschule abgehalten wurde), dass bei einer Klassenkameradin meiner Tochter die Lampe ihrer Umzugslaterne versagte. Eine Katastrophe, ein Super-GAU. Das Kind weinte hemmungslos in den Armen ihrer Mutter und ich war drauf und dran, irgendwen anzurufen, der helfen konnte. Die GSG9 oder die Jungs von CSI – die haben doch immer eine Lösung. Oder Mac Gyver …
Auf alle Fälle schaute mich die betroffene Mutter an und sagte zu ihrer Tochter, ohne dass ich es hätte verhindern können: „Der Papa von der Celina kann ja mal schauen, ob er es repariert bekommt …)
ICH? Ich bin handwerklich in etwa so begabt wie Menderes als Sänger. Aber unter dem Aspekt der Nächstenliebe nahm ich mich der Funzel an. Versuchen kann man es ja mal. Meine Tochter Celina ist nun acht Jahre und sah nach etwa gefühlten vier Sekunden, dass ihr Papa da hoffnungslos überfordert war. „Ich mach das, gib mal her!“, lautete ihre Anweisung. Nichts lieber als das. 
Mit fachmännischem Wissen (wie heißt eigentlich zu „fachmännisch“ das weibliche Gegenstück?) stellte sie innerhalb von zwei Minuten fest, dass da nichts mehr zu retten sei. 1-Euro-Artikel, halt. Das Weinen ihrer Freundin wurde daraufhin noch lauter.
Und was passierte dann? Meine Tochter baute ihren Laternenstab aus ihrer selbstgebastelten Umhüllung in Form eines pinken Schweinekopfes aus und gab den ihrer Freundin mit den Worten: „Hier, nimm meinen. Damit du nicht mehr weinst.“ Glückliche Kinderaugen und ein stolzer Papa.

Und seit gestern Abend weiß ich, dass ich mindesten EINEN Menschen kenne, der den Sinn des Sankt Martin Festes nicht nur kennt, sondern auch versteht. Und ihn lebt.
Ich wünsche Euch einen schönen Abend!



Samstag, 9. November 2013

Ob Friedrich der Große wohl einen Hund hatte?

Meine Güte, jetzt habe ich bald über ein halbes Jahr nicht mehr geschrieben, aber ich verspreche: Es wird wieder mehr werden. Gründe NICHT zu schreiben, gab es genügend. Alle lagen irgendwo im Bereich „Arbeit“ verborgen. Irgendwo fehlt die Zeit, die nötige Ruhe und – zugegebenermaßen – auch Lust. Was sollen ein paar hingeklatschte Worte … wenn, dann schreibe ich gerne und mit Herz. Aber da finden sich nun auch wieder die Gründe, den Blog wieder aufleben zu lassen. Seien es die letzten erlebnisreichen Monate mit meiner Traumfrau, die Tatsache, dass unsere kleine Tochter zwar immer noch die Jüngste im Stall aber mittlerweile auch etwas altklug ist - oder einfach dass unser Haushalt inzwischen aus 12 (in Worten ZWÖLF) Personen besteht. Wie würde meine Frau jetzt sagen? „Persönlichkeiten, nicht Personen“
Ich zähle mal auf: Meine Frau, zwei Töchter, ein Sohn. Drei Katzen, ein Meerschweinchen (nebenbei: von der Figur her würde MeerSAU besser passen), das mittlerweile betagte Löwenkopfkaninchen namens Gibbs und zwei Hunde. Ja – seit nunmehr 10 Tagen hat sich hier auch noch ein Pinscherpärchen namens Bonnie und Clyde her verirrt. Und wenn ich den Schreiber dieser Zeilen mit in die Rechnung aufnehme, sind wir tatsächlich zwölf. Und Persönlichkeiten; ja, das sind sie allesamt.

Insbesondere die beiden Neuzugänge beweisen tagtäglich, wie schnell man sich in einen bestehenden Patchworkverband mit einbringen und gleichzeitig dafür Sorge tragen kann, sämtliche Gesetze des Biologieunterrichtes in Frage zu stellen. Und der Physik. Schließlich haben wir doch alle gelernt, dass man aus einem Gefäß immer nur so viel herausnehmen kann, wie man vorher hineingefüllt hat. Eine Tasse halb befüllen bedeutet, man schüttet im Anschluss eine halbe Tasse Flüssigkeit auch wieder aus. Oder Mehl beim Backen zum Beispiel. 
Anders bei unseren beiden Hunden. Beobachtet man das tägliche Trink- und Essverhalten der beiden  - also das „Tasse füllen“ – und den dann folgenden Gang danach ( = Tasse leeren), so fragt man sich: „Wo nehmen die das her?“ Gut, dass sie noch nicht stubenrein sind ist die eine Sache. Sie sind ja so gesehen noch im Babyalter. Aber die MENGEN, die da rauskommen, die spotten jeder Beschreibung. Ich hatte ja schon erwähnt, dass es sich um Pinscher handelt. Die sind jetzt nicht sooooo groß, wie Ihr sicherlich wisst. Doch die Hinterlassenschaften reichen, rechnet man den täglichen Schnitt, durchaus um Lassie in ihren besten Zeiten Konkurrenz zu machen. Und die können und machen ja auch noch IMMER. Ohne Ausnahme. Nach dem Schlafen, vor dem Essen, beim Spielen, während des Laufens – einfach IMMER. Hätte ich nie für möglich gehalten. Ich habe echt schon überlegt, beim Weinfachhandel einen größeren Posten Propfen zu bestellen …

Und was Biologie angeht: Ich habe in der Schule gelernt, dass 1.) Katzen Einzelgänger sind und sie sich 2.) mit Hunden nicht vertragen. Aus Prinzip nicht, hat mein Biolehrer, Doktor Engel, immer gesagt. Da muss ich aus Prinzip widersprechen. Zu 1.) sei gesagt, ich habe selten im Leben derart gruppenorientiertes Handeln gesehen wie bei unseren Katzen. Insbesondere bei unserem Jüngsten, dem Scooby. Der ist sowas von ungerne alleine, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich ohne ihn aufs Klo gehe. Letztendlich wartet er dann eh immer vor der Tür, bis ich wieder rauskomme. Und um Punkt 2.) ad absurdum zu führen, hat er sich mit unseren beiden Pinschern jetzt auch noch verbündet. Er holt denen die Futterdosen aus dem Schrank, damit die beiden Kläffer dann dieselben bei uns im Schlafzimmer auf dem Bett öffnen und verspeisen können. Ich nehme an, dass die ihn irgendwie bestochen haben, womit auch immer.
Tja, das sind so die ersten Neuigkeiten aus dem Hause Dearest. Ach ja – der Friedrich in der Überschrift … Als die Preußen gegen Österreich die Schlacht bei Köln verloren haben soll jener gesagt haben: „Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?“ Ich denke, er hat seine Krieger gemeint. Denn wenn ich in die megasüssen Augen unserer Kampfpinscher schaue, hoffe ich sehr, dass das noch viele, lange gemeinsame Jahre gibt. Der große Feldherr bin ich eh noch nie gewesen – jedenfalls nicht bei Tieren …

In diesem Sinne!